Hyper-Thesen

Der Karriere-Button

Die Unternehmens-Homepage  ist nicht erst seit gestern das Aushängeschild einer jeden Firma. Was aber eine „gute“ Homepage von einer „schlechten“ unterscheidet, kommt ganz darauf an, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt.  Eine Zielgruppe haben sie aber alle gemeinsam: ihre potentiellen zukünftigen Mitarbeiter. Wenn es um Recruiting  geht, ist die Homepage die erste Anlaufstelle eines jeden Bewerbers – gerade wenn es um die Generation Y geht. Nicht selten entscheidet sich bereits hier, ob und mit welchem Eindruck von dem Unternehmen der Bewerber an dieses herantreten wird. Dieser Eindruck – der bekannte „erste Eindruck“ – ist auch für Unternehmen von großer Wichtigkeit. Manchmal kann es letztlich ein „gutes“ oder „ungutes“ Gefühl sein, das die Entscheidung zwischen zwei potentiellen Arbeitgebern beeinflusst. Dieser Beitrag ist einem kritischen Element in dieser hochkomplexen Materie gewidmet: dem Karriere-Button.

Zeig mir, wo dein Button ist, und ich sag dir, ob wir zusammenpassen

Die Message ist eigentlich in wenigen Worten zusammengefasst: Je länger ein Bewerber nach dem Karriere-Button suchen muss, desto schneller sinkt das Ansehen des Unternehmens im Kopf des Bewerbers. Ein versteckter oder gar in der zweiten Reihe (!!!) platzierter Karriere-Button suggeriert Desinteresse des Unternehmens gegenüber einem der wichtigsten Stakeholder überhaupt. Die Generation Y ist sich ihrer Stellung in diesem „Machtgefüge“ durchaus bewusst und geht davon aus, dass Unternehmen gerne mit ihnen in Kontakt treten möchten, um den Fachkräftemangel gemeinsam zu bekämpfen. Diese durch den deplatzierten Knopf produzierte kognitive Dissonanz erzeugt ein ungutes Gefühl und der Bewerber hat keine andere Wahl als dieses ungute Gefühl auf das Unternehmen zu projizieren, dessen HP er gerade vor sich hat.

Schwarze Schafe und Vorzeige-Buttons

An dieser Stelle möchte ich exemplarisch einige schwarze Schafe hervorheben und auch über wahre Vorzeige-Buttons berichten. Fangen wir mit den positiven Beispielen an: Bertelsmann hat eine sehr ansprechende Homepage aufgebaut. Der Karriere-Button ist direkt auf der ersten Seite zu sehen und auch die Thematik scheint auf junge High-Potentials ausgerichtet zu sein. Ebenfalls gut sichtbar haben BASF und die Deutsche Bank ihren Karriere-Button platziert. DBertelsmanniese Unternehmen machen es Bewerben leicht herauszufinden, welche Möglichkeit es für sie gibt und suggerieren ein großes „Willkommen!“. Leider gibt es auch große Schafe in Sachen Karriere-Button. Dies sind keineswegs kleine Firmen aus dem tiefsten Hinterland sondern weltweit bekannte Firmen, die sich einen solchen Fauxpas eigentlich nicht leisten können. Sehr erstaunt war ich über Hugo Boss und Continental. Bei Boss muss der Bewerber nicht nur die erste stylische  Plakatfront wegklicken sondern muss anschließend auch noch auf „The Company“ klicken, um erstmals den Recruiting-Button zu Gesicht zu bekommen. Auch Continental steht schlecht da, muss der Bewerber doch erst auf Konzern klicken und dann begreifen, den Zeiger auf „Change Website“ zu führen, um zu sehen, dass man hier auch Karriere machen kann. Dies sind selbstverständlich nur wenige Beispiele und keineswegs vollständigBoss, aber sie zeigen auf, welche großen Unterschiede es gibt.

Ist es ein B2C Problem?

Klickt man sich so durch die digitale Recruiting-Landschaft, bekommt man schnell den Eindruck, es handele sich um ein Problem, das vermehrt bei Firmen auftritt, die Endkunden bedienen – die im sogenannten B2C Markt tätig sind. Es ist verständlich, dass diese Unternehmen vor allem auf Kunden reagieren wollen, die das Netz nutzen, um sich über Produkte und Neuigkeiten zu erkundigen – aber das ist keine Entschuldigung! Zum einen haben auch B2B Firmen Kunden, die sich erst online ein Bild des Unternehmens machen – auch wenn hier persönliche Beziehungen mit einer gewissen Tradition eine größere Rolle spielen. Dennoch muss sich der Bewerber fragen: „Haben diese Unternehmen frische und leistungsstarke Köpfe weniger nötig?“  Diese Frage ist mit einem eindeutigen „Nein.“ zu beantworten.

Wohin mit dem Button?

Niemand fordert, dass sich das gesamte HP Konzept einzig um den Karriere-Button dreht oder dass dieser unverhältnismäßig viel Platz beansprucht und alle anderen Elemente verdrängt. Die Regel ist einfach wie intuitiv: Wenn ein Unternehmen möchte, dass Bewerber schnell die richtigen Informationen finden, muss es dies so einfach wie möglich für den Bewerber gestalten. Dies ist gewährleistet, wenn der Karriere-Button auf der ersten Ebene liegt, sich gut sichtbar am oberen Rand der HP befindet und möglichst das Wort „Karriere“ beinhaltet. Das heißt nicht, dass Unternehmen nicht auch kreativ sein können! Variationen von „Komm zu uns!“ über „Wir brauchen dich!“ bis hin zu „Wo warst du die ganze Zeit?!?!“  sind denkbar. Dennoch ist die erste Priorität: Sichtbarkeit.

Zusammengefasst lässt sich mit einem Augenzwinkern sagen: Liebe Unternehmen, auch wenn ihr noch sie viele Millionen in Karriere-Messen investiert und alle Studentenorganisationen diese Welt finanziert – wenn euer Karriere-Button nicht da ist, wo er sein sollte, macht die Konkurrenz das Rennen um die Besten und gewinnt den War of Talents.

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